Timeline mit Medien verschiedener Auflösungen

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    Wer eine gezielte Frage hat, der sollte immer daran denken, dass es für eine Antwort wichtig ist, die Computerkonfiguration und auch die Softwareeinstellungen von DaVinci Resolve mit anzugeben. Das erleichtert eine Hilfestellung.

    • Timeline mit Medien verschiedener Auflösungen

      Hallo,
      bin absoluter Neuling und habe mir bisher einige Video-Tutorials angeschaut. Für eine triviale Frage habe ich allerdings im gesamten Netz keine wirklich passende Antwort gefunden. Ich will einen Urlaubsfilm mit Videoclips aus 2 verschiedenen Quellen erstellen
      1. älterer Canon-Camcorder mit leider nur 1.440 x 1.080, 25 fps, Dateiformat .mts
      2. IPhone 11 mit mp4/mov-Dateien in Full-HD 1.920 x 1.080, 60 fps

      Welche Auflösung und Framerate wähle ich für die Timeline? Resolve schlägt 1.920 x 1.080 vor bei 24fps. Aber meine Camcorder-Aufnahmen sind doch für diese Auflösung "zu schmal". Werden die dann gedehnt / verzogen?

      Vielen Dank für eure Unterstützung

      Andy23
    • Also 24 fps ist auf jeden Fall daneben!
      Ich würde die Einstellungen auf HD mit 25 fps verwenden, da ein hoch skalieren auf FHD voraussichtlich die Qualität nicht reicht.
      FHD herunter skalieren hingegen wird keinen Nachteil haben.
      Gruß Peter

      Kameras: Sony FDR-AX 700, Panasonic DMC FZ300, Panasonic DMC LX 100
      PC: ASRock Z370, intel i7 8700K, 32 GB RAM, GTX 1070Ti, Samsung SSD 860 Pro + 2 HD, eine SSD für Cache,
      Intensity Pro 4K, 2x EIZO Color Edge kalibriert und 1 PC-Monitor
      MAC: apple mac mini M1 8GB RAM, 512 GB SSD
      NLE: Resolve & Fusion Studio 18 mit Micro Panel, Speed Editor und Shuttle Pro; Topaz Suite komplett
    • Andy23 schrieb:

      1.440 x 1.080, 25 fps, Dateiformat .mts
      ad 1440: Die (autom.) Umwandlung in das FHD-Format ist insoferne kein Problem, weil hier einfach durch Pixeldehnung der Wert von 1920 erreicht wird.

      Andy23 schrieb:

      Full-HD 1.920 x 1.080, 60 fps
      1) D.h. zunächst, dass die vorgeschlagene Auflösung von 1920 x 1080 (also FHD) völlig OK ist.

      2) Das eigentliche Problem besteht in den unterschiedlichen Bildraten (25 bzw. 60 fps).

      3) Dass Resolve 24 fps "vorschlägt" ist insoferne zunächst irrelevant, als es sich bloß um die Standardeinstellung handelt, die Du ja problemlos ändern kannst - solange Du in die Timeline noch keinen Clip gezogen hast !!!

      4) Würden beide Dateiformate z.B. 25 fps (oder eben auch 60 fps) betragen, wäre alles in Ordnung. Dann könntest Du als ersten Schritt den Standardwert von 24 fps auf 25 fps (oder 60 fps) ändern. ABER:

      5) Wie auch immer: Du solltest die Bildrate der Timeline auf den Wert einstellen, den Dein fertiges Video haben soll !!! Also musst Du Dich entscheiden, ob Dein fertiger Film in 24 fps, in 25 fps oder in 60 fps vorliegen soll (oder vielleicht sogar als 50 fps).

      6) Beispiele zu 5):
      - Du beabsichtigst Deinen Film für eine Handy-Zielgruppe zu erstellen. Dann wäre vermutlich/vielleicht 60 fps angebracht.
      - Deine Zielgruppe soll sich den Film auf TV ansehen. Dann wäre 25 fps (oder 50 fps) angebracht.
      - Wenn Deine Zielgruppe einen Kinoeffekt erleben soll, dann wäre vielleicht 24 fps passend.

      7) Um weiter diskutieren zu können, nehme ich jetzt einmal an, dass 60 fps aus dem bisher gesagten gewählt würde. Die Timeline wird also als 60 fps angelegt und alle Clips kommen da hinein.
      - Die 60 fps Clips bleiben, wie sie sind (klar).
      - Die 25 fps Clips werden von Resolve "angepasst", d.h. sie werden zu 60 fps Clips umgeformt. Dazu stehen im Prinzip drei Optionen zur Verfügung (die man selbst vorgeben kann):
      a) Nächster Nachbar.
      b) Überblendung.
      c) Optischer Fluss.

      8) ad 7a): Wäre die Timeline als 50 fps angelegt worden, dann würde einfach jedes Bild im 25 fps Clip verdoppelt. Da wir aber 60 fps vorliegen haben, werden an einigen bestimmten Stellen mehr als ein zusätzliches Bild (Frame) eingefügt. Wenn Du das einfach mal testest, wirst Du sehen, dass Resolve ein Ergebnis liefert, für das man sich nicht schämen muss.
      ad 7b): Wie 7a), aber die zusätzlichen Bilder werden mit dem Originalbild durch Überblendung verbunden. Wenn man sich das dann mit dem Timelinecursor Bild-für-Bild ansieht, sieht man "Geisterbilder". Ein kurzer Testclip mit dieser Option zeigt sofort, ob es im Film Stellen gibt, wo sich das unangenehm bemerkbar macht.
      ad 7c): Hier wird anstelle der Überblendung von Resolve jeweils ein Zwischenbild aus dem Originalbild und seinem originalen Nachfolgerbild berechnet - so, als wäre der Film mit 50 oder 60 fps aufgenommen worden. Dabei kann es passieren, dass "Hoppala" passieren und etwa ein gehender Mensch im Zwischenbild mit nur einem Bein dargestellt wird. Ob man das im fertigen Film unangenehm bemerkt - muss man testen.
      Wenn ich mich recht erinnere, kann man hier noch Unter-Optionen wählen: Rasch, Qualität, Gute Qualität, Beste Qualität (sie heißen nicht ganz genau so, aber ich will jetzt nicht nachsehen). Wenn der Film gerendert wird (z.B. für den Export), dann bedeutet Rasch eben schnelleres Rendern als etwa gute Qualität. Mit der höchsten Qualitätsstufe wird beim Rendern dann Geduld gefordert!

      9) Letzte Überlegung:
      - 60 fps bedeutet "glattere" Filme, d.h. weniger Ruckeln beim Gehen, bei Schwenks oder wenn ein Rennauto oder der Intercity quer vor der Kamera vorbeirauscht.
      - Hat man also 90 Clips mit 60 fps und nur 10 Clips mit 25 fps, dann würde man sich vermutlich für 60 fps für die Timeline und den zu exportierenden Film entscheiden.
      - Hat man umgekehrt 90 Clips mit 25 fps, würde man vielleicht für die Timeline und den fertigen Film 25 fps vorsehen. // In diesem Fall würden bei den 60 fps Clips natürlich keine Bilder hinzugefügt sondern eine entsprechende Anzahl weggelassen werden.

      10) Wirklich (?) letzte Überlegung: Deine 25 fps Clips sind, wenn ich das richtig verstanden habe, interlaced Clips ??? Und die 60 fps natürlich progressive Clips.
      Mit anderen Worten: Die "Bildqualität" der 25 fps Clips ist gegenüber den 60 fps Clips stärker im Nachteil (als wenn sie ebenfalls progressiv wären).
      Diese Überlegung kann den Punkt 9) entsprechend relativieren.

      Ich habe hier nur die wichtigsten Überlegungen dargelegt. Andere Benutzer von Resolve werden Dir ergänzende, vielleicht auch abweichende Vorschläge geben wollen.
      Ich hoffe aber, dass meine Ausführungen wenigstens dahingehend ausreichend sind, dass Du erkennst, dass es eine Reihe von Parametern gibt, die man kennen sollte und bewerten müsste, um eine adäquate Entscheidung treffen zu können.

      Zum Schluss ein heißer Tipp: Die o.a. Überlegungen stellen sozusagen den theor. Background dar. Verifizieren sollte man das alles letztlich mit ein paar Testclips und das Ergebnis auf TV, Handy etc. ansehen. Motto: "Sehen ist leichter als Denken" oder "Erfahrung (=Tests) kann durch nichts ersetzt werden".

      Viel Erfolg.
      // Zusatzfragen wirds sicher geben.
      Gruß kurt

      PS: Gevatter war früher fertig; ich habe seinen Beitrag erst gesehen, als ich mit meinem fertig war.
      HW: ASUS Z170-A; Proz: i7-6700K; RAM: 32 GB DDR4; GPU: RTX-3070, 8GB GDDR5; SSD: SAMSUNG-850-Pro, 500 GB
      SW: WIN-10/64 PRO (21H2-19044.2006), Firefox u.a.
      NLE: EDIUS-X(10.33.9356)-WG; RESOLVE-18.0.4.0005 Studio
    • Vielen Dank an euch alle. Speziell die Informationen von kpot11 waren sehr aufschlussreich. Ich habe jetzt einfach Verschiedenes ausprobiert. 1.440 ist mir zu schmal, zwischen 1.920 mit 25 fps und 60 fps kann ich keinen wirklichen Unterschied erkennen, ich bin mit beiden zufrieden. Da Rendern bei 60 fps fast dreimal so lang dauert und ich ca. 60 min Video machen möchte, habe ich Bedenken, dass mein Rechner irgendwann zu heiß wird. Außerdem finde ich es irgendwie unnatürlich, dass die Software zu 25 vorhandenen weitere 35 Bilder je Sekunde "erfinden" muss. Ich nehme 1.920x1.0280 bei 25 fps.
    • Neu

      Man kann ja für abweichende Formate angeben, wie Davinci verfahren soll, wenn das Ausgangsmaterial nicht passt. Da kann man dann die Timeline auf 1920x1080 einstellen und für Input-Scaling zum Beispiel »Stretch in all Corners« (oder so ähnlich), dann wird das anamorphe 1.440 x 1.080 entzerrt. Bei den fps würde ich nichts nehmen, was sich von Beiden Ausgangsmaterialien unterscheidet, außer es ist irgendwas explizit vorgegeben. Ansonsten würde ich das nehmen, wovon am meisten Material da ist und das abweichende Material daran anpassen.
      Noch vor einer Woche war das alles Neuland und heute habe ich schon meine eigene Signatur.

      IntelCore i7-6700 @ 3.40 GHz | 32 GB RAM | GeForce GTX 950 (mein Flaschenhals) | Davinci Resolve Studio aktuell | Speed Editor | Novation Launch Control XL