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Welche HW zum Aufnehmen von analogem Video ?
#1
Hi, habe vor ein paar Tagen meinen um 2014 herum gekauften USB-Videocapture-Stick zum Aufnehmen einiger beim Entrümpeln gefundener VHS-Schätzchen einsetzen wollen.
Scheiterte leider zunächst daran, dass die Treiber-CD nicht mehr lesbar war, ebensowenig Erfolg bei der Treibersuche auf der Herstellerwebsite oder bei den sonstwie üblichen Verdächtigen. 

OK,  das Dingens war damals ziemlich billig, also mal geschaut,  was es aktuell in der Richtung gibt. Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus,  denn es gibt alleine bei Amazon schon gefühlt 300+ Angebote für Videodigitizer, die aber  fast alle nur eine immer wieder mal anders verpackte und nicht mal wirklich bessere (siehe unten) neuere Version des Teils sind, das ich bereits habe. Fetter schwarzer USB-Stick (manchmal eine kleine Kabelverlängerung mit dabei) mit drei Cinch- und einer S-Video-Kupplung dran. Alternativ eine Handvoll autonomer Digitizer, die wiederum wohl auch nur unterschiedlich gelabelte Versionen des DNT Grabstar sind...

Also einen der Sticks geordert und... da war zwar nun eine lesbare Treiber-CD dabei, auch das Capture-Tool ließ sich installieren,  fragte aber beim Start nach einem nirgendwo auffindbaren Product-key.

Schließlich fand ich mit VirtualDub2 eine zumindest prinzipiell funktionierende Software... allerdings war das Ergebnis mäßig,  es "hagelte" geradezu Framedrops oder-inserts, egal was man einstellte. Auch der Tip, die Audiowiedergabe abzuschalten,  war nicht wirklich hilfreich.

Dann meinen alten Stick, zu dem ich zwischenzeitlich  Treiber (aber eben keine Anwendungssoftware) ausfindig machen konnte, ebenfalls mit VirtualDub2 getestet, und damit lief es zufriedenstellend. Keine Framedrops/inserts mehr, und mit ein wenig Einstellung der Eingangsparameter (vor allem Sättigung und Sharpness etwas runter), unter Video/Levels war das Ergebnis recht passabel.
Die alte Hardwareversion des Sticks läuft also stabiler, hat aber ein anderes Problem, der Audioeingang ist derb überempfindlich und quittiert hoch ausgesteuerte Aufnahmen mit üblen Störgeräuschen. Einstellbar ist da leider nichts...

Hm, für den Ton das Line-in der Soundkarte nehmen... funktioniert zwar ohne Übersteuerungen, aber das führt zu einem deutlichen Bild/Ton Versatz.

Also in die Grabbelkiste gegriffen und einen uralten mechanischen Cinch-Pegelsteller rausgekramt und mit einem weiteren Cinchkabel dazwischengeschaltet.

Pegel damit etwas abgeregelt, nun passte alles.

Aber was macht jemand,  der Stand heute eine neue Video-Capturing-Lösung braucht und nicht auf vorhandene und zum Glück noch funktionierende Alt-Hardware zurückgreifen kann? 

Die aktuelle Hardwaregeneration der Sticks neigt extrem zu Timingproblemen, sofern man sie überhaupt zum Laufen bringt, steht auch in den Amazonrezensionen immer wieder mal drin, egal welche "Verpackung".

Die Qualität der Standalone-Konverter ist dem Vernehmen nach grottig, weil viel zu hohe Komprimierung, so dass auf die  bei guter Digitalisierung auch erstaunlich gut noch rauskorrigierbaren  VHS-Artefakte  noch fette Klötzchenbildung usw. draufkommt, und das läßt sich dann kaum noch nachbearbeiten...
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#2
Das wurde vor kurzem schon einmal in einem anderen Thema diskutiert.
Recht gute Ergebnisse lassen sich über den Weg, der in dem folgenden Link beschrieben ist, erzielen.

Digitalisieren-von-analogen-vhs-videokassetten-und-andere/
L.G. Markus

PC: B550 Tomahawk, Ryzen7 5800x, 48GB DDR4 3200MHz, RTX 4070, Monitor Dell UltraSharp U2515H  Linux Mint 22 
NB: Lenovo Legion 5 Pro Serie 7, I7-12700H 32GB Ram, RTX 3060 6GB Vram, Windows 11 Home 24H2 / Linux - CachyOS
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#3
(15-06-2024, 18:38 18)Nightworker schrieb: Das wurde vor kurzem schon einmal in einem anderen Thema diskutiert......
...der allerdings geschlossen wurde mit dem Hinweis einen neuen Thread erstellen zu wollen. Ist dies schon geschehen ?
Windows 10/11 Pro 64 bit |  I9  12900K |  64 GB Ram | 4TB NVMe Crucial T700
Nvidia RTX 4070
Software : DaVinci Resolve 19 Studio | MAGIX VDL Premium | Alles von TOPAZ |  NEAT

Audio: Wavelab |  Cakewalk
Soundkarte: RME UCX
Kamera: Sony Alpha 57
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#4
Ob ein neuer Thread erstellt wurde Ist mir nicht bekannt, aber dann hätten wir ja jetzt einen  Smile
L.G. Markus

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#5
Danke für den Link, also einen DVD-Recorder als A/D-Wandler und dann das HDMI-Signal samplen.  

Kann man so machen, und die Ergebnisse dürften sicherlich besser sein als das was mit dieser unter -zig Bezeichnungen angebotenen "USB-Kabelpeitsche" geht. 
Wobei sowohl der Recorder als auch die Capture-Hardware  wohl bald auch nur noch antiquarisch erhältlich sein dürften...

OK, angesichts des auch schon "etwas" betagten Originalmaterials und des auch eher einfach gestrickten, aus der "Endzeit" von VHS stammenden Videorecorders hier, ein Philips aus den Nullerjahren, ist das was sich mit meiner o.g. Lösung erreichen lässt, dann doch recht passabel, und mein "alter" Capture-Stick löwt sogar abgesehen von dem (mit dem Pegelsteller gelösten) Audio-Übersteuerungsproblem besser als sein Nachfolgemodell.

Und offenbar sind sowohl die "alte" als auch die "neue" Hardwareausführung des Capture Sticks noch beide bei den diversen Onlinehökern als Neuware zu haben. 
Der (unterm Strich bessere) "alte" hat üblicherweise auf dem Gehäuse die Modellbezeichnung  "25395" und taucht nach Treiberinstallation mit der Bezeichnung "OEM Device (DirectShow)" in der Geräteauswahl von VirtualDub2 auf. 
Der "neue", MOdellnummer auf dem Gehäuse hier "300910", hat in VirtualDub2 stattdessen die Bezeichnung "USB2 Capture Device", und wurde zumindest auf einem der beiden Laptops hier ohne vorherige Treiberinstallation erkannt. 
Die USB-Seite des "neuen" Sticks "taucht" aber ansonsten auch nicht viel, schon das Zwischenschalten eines kurzen passiven Verlängerungskabels führt zu Windows-Mecker ala "USB-Gerät nicht erkannt", den "alten" stört selbst eine uralte passive 3m USB-Verlängerung nicht mal ansatzweise...    

Habe jetzt das Video mit VirtualDub2 samt Ton komplett uncompressed  aufgenommen (was mit dem "alten" Capturestick komplett ohne Framedrops läuft), die dabei herauskommenden monströsen Files (ca. 1 Gigabyte pro MINUTE!), die Resolve nicht direkt verarbeiten kann (die AVI Datei wird auf der Media-Seite nicht mal angezeigt, auch kein drag&drop möglich), mit ffmpeg nach ProRes umcodiert, in Resolve aufbereitet und dann in H265 rausgerendert. 

Alles gut.
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#6
Ergänzung (ging nicht mehr als Bearbeitung): nach dem Import in Resolve unter "Clip Attributes" die "Field Dominance" auf "Upper Field" umstellen, sonst gibt's unschöne "Sägezahnartefakte"
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#7
(16-06-2024, 19:30 19)Brennholzverleih schrieb: Kann man so machen, und die Ergebnisse dürften sicherlich besser sein als das was mit dieser unter -zig Bezeichnungen angebotenen "USB-Kabelpeitsche" geht. 
Wobei sowohl der Recorder als auch die Capture-Hardware  wohl bald auch nur noch antiquarisch erhältlich sein dürften...

Da gebe ich dir recht, im Moment wird es sicherlich noch den ein oder anderen geben, der altes analoges Material digitalisieren möchte, aber es werden immer weniger.
Mit meinem geerbten Equipment habe ich vor 2 Jahren auch noch ein altes VHS-Band retten können, aber ein neuer Versuch vor ein paar Wochen, hat gezeigt, dass das Band am Ende ist.

Lifetec VHS Recorder -> LG Dvd Recorder -> Hdmi Capture Stick -> PC
Eine Blackmagic Intensty-Karte ist mir für die Rettung von einem VHS-Band zu teuer.
L.G. Markus

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#8
Klar, dache auch schon lange, eigentlich steht der VHS-Recorder nur noch als Staubfänger rum.

Aber ab und zu tauchen doch noch ein paar "Schätzchen" auf. Und dann ist man froh, die doch noch ins Digitalzeitalter hinüberretten zu können.

BTW, wie bekomme ich eigentlich die "Trauerränder" am besten weg?  

Pixelseitenverhältnis auf PAL umstellen sowieso, aber dann bleibt immer noch ein kleiner "Overscan"-Rest. Hochskalieren?
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#9
Bei mir waren es nur ein paar Millimeter, ich habe einfach geringfügig gezoomt.
L.G. Markus

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#10
thx, habe ich genauso gemacht. Das Ausgangsmaterial ist ja eh relativ "weich".

Was die Softwareseite angeht, da gibt es mit OBS Studio eine (ebenfalls freie) Alternative zu VirtualDub, mit der sich direkt Files erzeugen lassen, die ohne Umcodieren/Remuxen für Resolve unmittelbar "verdaulich" sind (Ausgabeformat mov, Codec r210, Audio AAC 192kpbs). Die Files sind zwar ebenfalls riesig, doch so werden sie ja eh nur temporär gebraucht.
OBS ist zwar erstmalig "etwas" aufwendiger zu konfigurieren, insgesamt aber dann doch komfortabler.
Auch Audioplayback während der Aufnahme ist mit OBS kein Problem, VirtualDub2 stottert da gerne mal gewaltig.
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